EBK
v1.2
Risiko-/Sicherheitsbewertung zum Einsatz von Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDD / Brandschutzschalter) nach DIN VDE 0100-420:2022-06, Abschnitt 421.7. Vergleich Risikowert R gegen Sicherheitswert S.

Beispiele / Vorlagen iTypische Gebäudeprofile nach DIN VDE 0100-420, 421.7. Ein Klick setzt Raumklassen, Faktoren und Maßnahmen automatisch. Werte sind Empfehlungen und projektbezogen anzupassen.

Gebäudeprofil wählen – Klassen, Faktoren und Maßnahmen werden automatisch gesetzt. Anschließend frei anpassbar.

Projekt / Deckblatt

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Risiko · Raumklassifikation (RO) iRO bewertet, wie schutzbedürftig die Nutzung der Räume ist. Schlafräume, Brandgefährdungen und unersetzbare Güter erhöhen das Risiko. Ein Raum/Ort gehört i. d. R. zu einer Klasse; treffen mehrere zu, ist der höchste (ungünstigste) Faktor maßgebend (Worst-Case, kein Produkt). Klasseneinteilung nach DIN VDE 0100-420:2022-06, Abschn. 421.7 a)–d); feuergefährdete Betriebsstätten nach MBO. RO = 1,0

Räume und Orte nach DIN VDE 0100-420, 421.7 a)–d) einstufen. In der Regel eine zutreffende Klasse aktivieren. Treffen ausnahmsweise mehrere zu, ist der höchste (ungünstigste) Faktor maßgebend (Worst-Case) – die Klassen werden nicht multipliziert. Werte innerhalb der empfohlenen Spanne wählbar.
Klassen: 1–3 = Schlafräume (Kita / Wohnung / Heim), 4 = besonderes Brandrisiko (feuergef. Betriebsstätten n. MBO), 5 = brennbare Baustoffe (< feuerhemmend), 6 = unersetzbare Güter.

Risiko · Personenzahl (P) & vertikale Lage (L) iP berücksichtigt die Personenzahl (mehr gefährdete Personen → höheres Risiko, v. a. Klasse 3/Heime), L die vertikale Lage im Gebäude (höhere Geschosse → längere/erschwerte Rettungswege). Beide Faktoren erhöhen den Risikowert R. Grundlage DIN VDE 0100-420, Abschn. 421.7. P·L = 1,0

Je Gruppe ist nur eine Option wählbar (sich gegenseitig ausschließend). Gilt für Räume der Klassen 1–3.
Personenzahl in Räumen / an Orten (P) P = 1,0
Vertikale Lage im Gebäude (L) L = 1,0

Sicherheit · Maßnahmen (S) iS bewertet, wie stark das Brandrisiko durch bereits vorgesehene Maßnahmen – statt durch AFDDs – kompensiert wird: Installationsqualität (Q), anlagentechnische (ZT), brandschutztechnische (ZSB), bauliche (ZB) und organisatorische (ZO) Maßnahmen. Je höher S, desto mehr Risiko ist anderweitig abgedeckt. Maßnahmenkatalog nach DIN VDE 0100-420, Abschn. 421.7; ergänzend AMEV „EltAnlagen 2020", DIN 14675/VDE 0833-2 (BMA), VDE 0100-410 (RCD). S = 1,0

Vorgesehene Schutz- und Kompensationsmaßnahmen aktivieren. Je Gruppe werden die Faktoren multipliziert (aufgerundet auf 1 Nachkommastelle); der Sicherheitswert S ist das Produkt aller Gruppen: S = Q × ZT × ZSB × ZB × ZO. Es sind nur Maßnahmen wählbar, die zur gewählten Raumklasse (RO) passen; brandschutztechnische (ZSB) und bauliche (ZB) Maßnahmen sind Einfachauswahl (Alternativen), ZT und ZO sind kombinierbar. Die Angabe „Klasse X" zeigt, für welche Raumklasse die Maßnahme gilt.
Qualität der Elektroinstallation (Q) Q = 1,0
Anlagentechnische Maßnahmen (ZT) ZT = 1,0
Brandschutztechnische Maßnahmen (ZSB) ZSB = 1,0
Bauliche Maßnahmen (ZB) ZB = 1,0
Organisatorische Maßnahmen (ZO) ZO = 1,0
Entscheidung über den Einsatz von AFDDs
Faktoren wählen, um R und S zu berechnen.
Risikowert R
1,0
R = RO × P × L
Sicherheitswert S
1,0
S = Q × ZT × ZSB × ZB × ZO
Risiko vs. Sicherheit
Risikowert R1,0
Sicherheitswert S1,0

Prüfung

Berechnungsdetails ▾
Beispiele & Voreinstellungen ▾

Typische Konstellationen nach DIN VDE 0100-420, 421.7. Auswahl über das Dropdown „Beispiel laden" lädt Klassen, Faktoren und Maßnahmen. Werte sind Empfehlungen und vom Planer projektbezogen anzupassen.

Grundlagen, R vs. S & Normen ▾

Die Bewertung folgt dem Verfahren der DIN VDE 0100-420:2022-06, Abschnitt 421.7. Diese fordert, in bestimmten Räumen und an bestimmten Orten Maßnahmen gegen die Auswirkungen von Fehlerlichtbögen vorzusehen – z. B. Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDD, „Brandschutzschalter"). Statt eines pauschalen Einbaus erlaubt die Norm eine Risiko-/Sicherheitsbetrachtung: Es wird verglichen, wie hoch das Brandrisiko ist und wie stark es bereits durch andere Maßnahmen abgedeckt wird.

R · Risikowert

Wie schutzbedürftig und gefährdet sind die Räume? Steigt mit sensibler Nutzung, Personenzahl und Geschosslage. Höheres R = höherer Schutzbedarf.
R = RO × P × L

S · Sicherheitswert

Wie stark ist das Risiko durch bereits geplante Maßnahmen – nicht durch AFDDs – kompensiert? Steigt mit jeder Schutzmaßnahme. Höheres S = mehr abgedecktes Risiko.
S = Q × ZT × ZSB × ZB × ZO

Beide Werte sind dimensionslose Multiplikatoren, die bei 1,0 beginnen. Jede zutreffende Klasse bzw. Maßnahme multipliziert ihren Faktor hinein; je Gruppe wird auf eine Nachkommastelle aufgerundet (Excel-Funktion ROUNDUP). Der entscheidende Punkt ist nicht die absolute Höhe, sondern der Vergleich beider Werte:

S ≥ R → das vorhandene Schutzniveau deckt das Risiko ab: auf weitere Maßnahmen (AFDDs) kann in den jeweiligen Räumen verzichtet werden.
R > S → das Risiko überwiegt: der Einsatz von AFDDs sollte vorgesehen werden.

Faktorgruppen im Überblick:

  • RO – Raumklassifikation (Klassen 1–6, z. B. Schlafräume, Brandgefährdungen, unersetzbare Güter)
  • P – Personenzahl · L – vertikale Lage im Gebäude
  • Q – Installationsqualität · ZT – anlagentechnische · ZSB – brandschutztechnische · ZB – bauliche · ZO – organisatorische Maßnahmen

Mehrfachauswahl & Normbezug: Schutz-/Kompensationsmaßnahmen (ZT, ZSB, ZB, ZO) dürfen kombiniert werden – ihre Faktoren werden multipliziert. Personenzahl (P) und vertikale Lage (L) sind je Gruppe Einfachauswahl (schließen sich gegenseitig aus). Bei der Raumklasse (RO) ist der höchste (ungünstigste) Faktor maßgebend (Worst-Case); mehrere Klassen werden nicht multipliziert, da ein Raum/Ort grundsätzlich einer Klasse zugeordnet wird (Abweichung von der älteren Excel-Vorlage, die hier multiplizierte). Das Punkt-/Faktorverfahren ist eine anerkannte Planungs- und Entscheidungshilfe zur Umsetzung von DIN VDE 0100-420:2022-06, Abschn. 421.7 – die Norm fordert eine dokumentierte Risiko-/Sicherheitsbewertung, enthält selbst jedoch keine verbindliche Zahlentabelle. Maßgeblich bleibt die Bewertung der Elektrofachkraft.

Normen & Grundlagen: DIN VDE 0100-420:2022-06, Abschn. 421.7 (Schutz gegen die Auswirkungen von Fehlerlichtbögen) · AFDD-Produktnorm DIN EN 62606 (VDE 0665-10) · feuergefährdete Betriebsstätten nach Musterbauordnung (MBO) · Installationsstandard AMEV „EltAnlagen 2020" · Brandmeldeanlagen DIN 14675 und DIN VDE 0833-2 · Fehlerstromschutz (RCD) DIN VDE 0100-410 · Explosionsschutz ATEX/IECEx (DIN EN 60079-14, VDE 0165-1). Faktorwerte und -spannen sind Empfehlungen; die fachliche Einstufung verbleibt bei der planenden Elektrofachkraft.
EBK Lichtbogenwerk · Risiko-/Sicherheitsbewertung AFDDhttps://ebk-ai.com/
Lichtbogenwerk – Hilfswerkzeug der EBK Solutions zur Risiko-/Sicherheitsbewertung für den Einsatz von Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen (AFDD, „Brandschutzschalter") nach DIN VDE 0100-420:2022-06, Abschnitt 421.7, Aufzählungspunkte a)–d). Methodik: Risikowert R = RO × P × L, Sicherheitswert S = Q × ZT × ZSB × ZB × ZO; Gruppenfaktoren werden auf eine Nachkommastelle aufgerundet. S ≥ R → auf weitere Maßnahmen kann verzichtet werden; R > S → der Einsatz von AFDDs sollte vorgesehen werden. Die Faktorwerte und -spannen sind Empfehlungen; die fachliche Einstufung und Entscheidung verbleibt bei der planenden Elektrofachkraft. Ersetzt nicht die Prüfung und Verantwortung der Elektrofachkraft.